Knappe Gero Harnischmacher

Bruder Gero, Knappe vom Orden des Heiligen Golgari

 

"Gero Harnischmacher"Aufgewachsen in der "Stadt der Tausend Tempel" Gareth war Gero bereits früh ein treuer Anhänger der Zwölfgötter. Durch seinen Vater, einem renommierten aber nicht reichen Waffenschmied, kam er natürlich besonders mit den Lehren Ingerimms in Berührung und bemühte sich, nach diesen zu leben. Insgeheim aber hegte er seit jeher den Traum, ein Söldner zu werden, auch wenn man ihm vielerlei Schauergeschichten darüber

erzählte wie hart und entbehrungsreich dieses Leben sie und die Götter es nicht gerne sähen, wenn ein Kind einen anderen Beruf als den des Vaters ergreifen würde, vorallem dann, wenn es sein einziges war. Das hielt Gero freilich nicht davon ab, immer wieder Rohmaterial von seinem Vater zu stibizen und damit allerlei Schattenkämpfe zu vollführen, selbst der oft angedrohte und noch öfter praktizierte Hausarresst nicht. 

Als er älter wurde, schlug er mit Widerwillen zunächst doch die Berufslaufbahn seines Vaters ein, merkte aber schnell dass ihn diese nicht zufriedenstellte. Egal wie oft er eine Waffe fertigte, es kam ihm.. nutzlos vor. Unangebracht. Was war denn eine gut gefertigte Waffe, die einem Idioten überlassen wurde, wie scharf konnte ein Schwert sein, das von einem dieser ritterlichen Gecken geführt wurde, die Gero tagtäglich sah? Lange Zeit haderte der Junge Mann so mit sich, bis er

schließlich im Alter von 16 Götterläufen den ultimativen Entschluss fällte: Er würde Söldner werden, ein Mann des Schwertes, der keine Waffen herstellte sondern sicher ging, dass sie auch ordnungsgemäß verwendet wurden. So floh er bei Nacht und Nebel, nicht ohne seinen Eltern einen Brief zurückzulassen und einige gute, geschärfte Waffen mitzunehmen, für die er sogar

ordnungsgemäß bezahlte, mit dem wenigen Geld, das sein Vater ihm für seine Arbeiten zugestanden hatte. 

 

Unsicher und verloren eilte Gero zunächst durch Gareth. Denn so oft er auch darüber spekuliert hatte ein Söldner zu werden, so wusste er doch nicht so recht, wie man das anstellte. Seine erste Anlaufstelle war schließlich das Wirtshaus "Zum gesprungenen Amboss" in welchem sich angeblich einiges Söldnervolk herumtrieb. Vielleicht, so hoffte Gero, ließ sich einer von ihnen

dazu herab mit ihm zu reden, ihn vielleicht sogar auszubilden. Seine Hoffnungen wurden

tatsächlich nicht enttäuscht, er traf einige ältere, joviale Söldner die sich von dem Kampfgeist und dem Mut des Jungen beeindruckt zeigten und ihn tatsächlich bei sich aufnahmen. Der Söldner Gero Harnischmacher, schweres Fußvolk unter dem Banner des Söldnerhauptmanns Praoitin Bregelsaumer war geboren. 

 

Einige Jahre gingen ins Land und aus dem jungen, unerfahrenen Söldner wurde ein mit allen Wassern gewaschener Haudegen. Lange hatte es ihn indes nicht bei seinem Söldnerbanner gehalten, nicht nachdem dieses zu einem größeren Banner gestoßen war. Er kam sich so.. unwichtig vor. Unpersönlich. Immer schon hatte Gero davon geträumt herauszustechen, aber er musste sich damit abfinden, dass das in einer so großen Meute einfach nicht möglich war. Und aus diesem Grund schloss er sich dann auch einer Abenteurergruppe an, bestehend aus dem tulamidischen Magier Sheilakh ibn Fazar, der Elfe Firiel Nebelkleid, dem Gelehrten Samuel von Punin-Schwarzhof und dem zwergischen Geoden Bradox Sohn des Baldor. Zusammen erlebte dieses ungewöhnliche Gespann einiges an Abenteuern und wurde zu Gefährten, sogar zu

Freunden. Doch keine Freundschaft hält ewig und so zersprangen auch diese Bande in der Schlacht gegen den endlosen Heerwurm. Gero war aus seiner Gruppe der Einzige, der dieses Massaker überlebte. Sheilakh, Firiel, Samuel und Bradox starben vor seinen Augen, alles was er tun konnte war, sie borongefällig zu bestatten. Um sich selbst auf ewig an diesen Tag zu erinnern schor er sich das Haupthaar komplett, woran er seitdem festhält, und schwor sich, Boron zu danken. Dafür, dass er selber noch lebte. Dafür, dass seine Gefährten in Borons Hallen die verdiente Ruhe finden würden. Und dafür, dass er, Gero Harnischmacher, nach wie vor Schlaf fand, wenn auch oft von Albträumen an seine früheren Gefährten durchkreuzt. Doch auch diese Träume vergaß er und dankte Boron dafür. Und doch war er beseelt von dem Wunsch, seine Schuld zurückzuzahlen. Nicht als Geweihter, denn auch wenn er mit hoher Geistesschärfe

gesegnet war, so war dies kein Leben für ihn. Er war ein Kämpfer und ein solcher wollte er auch bleiben. Also gab es für ihn nur eine Möglichkeit: Den Krieg im Namen Borons zu führen. Und das, so wusste er, wäre nur möglich, wenn er sich dem Orden des heiligen Golgari anschloss. 

 

Aussehen

Gero trägt seit der Schlacht gegen den endlosen Heerwurm den Schädel stets sauber rasiert, kein einziges Haar findet sich daran. Dies zeigt sein knochiges, leicht spitzes Gesicht, welches immer einen leichten Bartschatten aufweißt. Unter den Augen trägt er Kohlstift, als Erinnerung an die Augenringe die er lange trug als ihn die Albträume an seine Gefährten plagten. Dazu kommen zahlreiche Narben im Gesicht und auf seinem restlichen, kräftigen Körper, die an seine Abenteurer-und Söldnerzeit erinnern. Sein rechtes Ohr fehlt beinahe vollkommen, seitdem ihn

dort ein Ignifaxius traf, zudem hört er auf diesem Ohr so gut wie gar nichts mehr.

Vor seinem Eintritt in den Orden des heiligen Golgarit trägt er eine Kettenrüstung, dazu seine beiden Hauptwaffen Langschwert und Kriegshammer, so wie ein kleines, aber zweckmäßiges Schild.

 

Charakter

Gero ist seit dem Verlust seiner Gefährten sehr still geworden.

Früher war er ein fröhlicher Zeitgenosse, zu unerschütterlichem Optimismus neigend, aber das ist weniger geworden. Oft aber bricht diese Haltung noch hervor, jetzt aber weniger überschwänglich sondern auf eine beinahe fatalistische Art. ("Entweder bezwingen wir sie oder wir landen in Borons Hallen. Beides ist ihm wohlgefällig.") Seine Schwerhörigkeit versucht er sich nach Möglichkeit nicht anmerken zu lassen, wobei ihm seine Linkshändigkeit gut zupass kommt. Sie ermöglicht es ihm, sich so zu positionieren, dass sein "gutes Ohr" richtig zu seinen Gefährten steht und er daher alles mitbekommt. Da er seit seiner Hinwendung zu Boron streng nach dessen Gelübdten lebt, spricht er nur noch selten, eigentlich nur dann wenn er gefragt wird oder seinen Gefährten Mut zusprechen will und dann selten mehr als zwei oder drei Sätze. Bedingt durch seine frühere Ausbildung kennt er sich zudem einigermaßen passabel mit Waffen aus und ist gerne bereit, über dieses Gebiet zu debattieren, wobei er schon einige Male gegen das Schweigegebot seines neuen Gottes verstoßen hat.

 

Text: Henrik Haumann